Neuer Stoff

Die schlechte Nachricht zuerst: Mein weißer Kaschmir-Wollstoff ist weg. Übersehen habe ich ihn garantiert nicht, der ist so dick wie eine Decke, so etwas versteckt sich nicht so leicht. Ich habe eher den letzten Umzug in Verdacht. Ich könnte in die Tischplatte beißen und außerdem weiß ich jetzt schon, dass der Stoff wieder auftaucht, sobald ich mein Cape mit dem Alternativstoff fertiggenäht habe… Die Ausweichlösung ist eine Wolle-Kaschmir-Mischung in Kamel (und nicht in „taupe“, wie es auf der Webseite hieß, aber zurückgeben war nicht), ebenfalls mit Mottenlöchern (ich hatte gehofft, der weiße hätte vielleicht weniger…), die ich eben der Wohnung verdanke, aus der ich ausgezogen bin und dabei den weißen Stoff verräumt habe. Ich tröste mich mit der höheren Alltagstauglichkeit des neuen über den Verlust des alten hinweg und Kamel kann man ja auch mit allem tragen usw…

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Die gute Nachricht ist, dass ich mit meinen Änderungen gut vorangekommen bin, die neue Nessel-Weste sieht so aus:

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Obwohl ich vergessen habe, die Abnäher (oder überhaupt irgendwas) zu bügeln, sieht man, dass ich jetzt überall schön viel Platz habe, ohne dass es leiert. Am Bauch bauscht sich der Stoff leicht, weil ich das Nesselmodell beim zu-pinnen versehentlich an meinen Pullover gesteckt habe. Die Falten am Hals kommen daher, dass ich die Nahtzugabe hier und an den Ärmelausschnitten noch nicht eingeschnitten habe. Der Ausschnitt ist nach meinen Änderungen allerdings ohnehin zu eng, wie man daran erkennt, dass der Rollkragen ihn komplett verdeckt, ich werde ihn also verbreitern.

Den Schnitt habe ich folgendermaßen angepasst (nur etwas für Fans analoger Grafiken):

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Von links nach rechts: Ich habe zuerst den Brustpunkt, den eingesteckten Abnäher und die neue Mitte am Halsausschnitt markiert (in rot). Dann habe ich das Schnittteil einmal vom oberen Schenkel des Abnähers über den Brustpunkt in gerader Linie durchgeschnitten (schwarzgepunktete Linie). Zum Schluss habe ich den oberen Teil mit dem Brustpunkt als Angel nur so weit gedreht, bis die neue Mitte des Halsausschnittes wieder in der Verlängerung der ursprünglichen vorderen Mitte lag (rote Linie) und sich damit der Abnäher zur Prinzessnaht hin geöffnet hat. Ich hoffe, dass ergibt Sinn.

Nächster Schritt wird die Anpassung des Halsausschnittes und des Kragens, dann kommt das Cape dran.

Nessel Weste

Ich bin mit meinem Cape bereits einen Schritt weiter gekommen und habe das erste Nessel-Modell der Weste genäht ( 129/09/2003). Zur Erinnerung, ich möchte für den MMM Sewalong burda 111/08/2009 nähen:

technische Zeichnung

Nach meiner bisherigen Erfahrung mit burda-Schnitten (2 ärmellose Kleider), habe ich im Rücken mindestens eine Größe kleiner als vorne rum und die Armausschnitte muss ich um etwa 1,5 cm nach hinten „schwingen“, mit der Schulternaht als Angelpunkt (anscheinend sind meine Arme recht weit hinten angebracht). Da dieses mein erster „Drüber“-bekleidungsschnitt war, wollte ich nicht sofort irgendwelche Änderungen vornehmen, nur um dann noch einmal rädeln zu müssen. Es hat sich aber herausgestellt, dass genau diese Änderungen natürlich auch hier nötig waren, weshalb ich den Rücken in der Mitte dann doch gleich einmal enger gesteckt (bis zu drei cm rausgenommen) und die Armausschnitte hinten weiter ausgehöhlt habe.

Hier jetzt Rücken- und Seitenansicht, mit denen ich so eigentlich ganz zufrieden bin:

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Schultern und Nacken liegen schön an, in der Mitte des Rückens sind noch ein paar horizontale Falten, aber vermutlich reicht es einfach einen halben Zentimeter Länge rauszunehmen. Mit den Seiten bin ich sehr zufrieden, die Seitennaht ist mittig und gerade, die Schulternaht sitzt ganz oben, der Armausschnitt liegt überall relativ gut an und da ein Cape die Weste bedeckt, will ich hier auch gar nicht anfangen rumzudoktern.

Und jetzt kommt das Vorderteil und das ist furchtbar:

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AAAAAAAAAAAAAAAAAhhhh!

Der Befund in Zahlen: An der stärksten Stelle der Brust fehlen 4 cm, an Taille und Hüfte jeweils 2, aber weil es sonst ja keinen Spaß machen würde, habe ich am Beginn des Halsausschnitts 2,5 cm zu viel Weite. Für letztere sind wohl die beiden Abnäher verantwortlich, die ich auf Brusthöhe in die Mitte gesteckt habe.

Die Liste der nötigen Änderungen:

  • Die Abnäher möchte ich zur Prinzessnaht drehen, wozu Sherry  vor 3 Jahren einen tollen Artikel geschrieben hat.
  • Danach muss ich eine Anpassung für die vollere Brust machen (besagte Abnäher sollten das ganze einfacher machen; auch wer kein Englisch kann, wird hier genau angeleitet).
  • Die fehlende Weite an Taille und Hüfte wird durch die Anpassung der Brust mehr als ausgeglichen, also werde ich an den Prinzessnähten wieder 2 cm herausnehmen. Ich finde, dass die Nähte im Moment etwas unvorteilhaft nach außen laufen, also werde ich die Mehrweite nur von den mittleren Schnittteilen wegnehmen. Und vielleicht besser auch nur 1 cm, ich hätte nämlich gerne Nahttaschen in den Prinzessnähten und möchte verhindern, dass sie unter Spannung dauernd aufklaffen.

Da ich noch Anfängerin bin und mir hier so meinen Weg durchrate, wäre ich für Tipps und Korrekturen wirklich dankbar!

Winter Sewalong

Mein erster Sewalong und erster Eintrag im Blog! Ich habe mich für eine Kombination aus burda 2009/08/112 und einer älteren burda-Jacke entschieden, für die ich online allerdings keine technische Zeichnung gefunden habe. Es ist ein einfaches Modell mit Cape anstatt Ärmeln (passend für eine Nähanfängerin), allerdings ersetze ich die Weste durch ein Modell mit Prinzessnähten, da diese hier einfach nur wie ein Zelt aussieht und dafür habe ich schlicht nicht die Figur. Und diese Schleife fliegt natürlich als allererstes!

burda 2009-08-112technische Zeichnung

Ich habe mich für diesen Schnitt entschieden, weil er schön schlicht ist, technisch etwas einfacher und man viel Bewegungsfreiheit hat, absolut Spielplatz-tauglich. Mein Stoff ist eine cremeweiße Wolle/Kaschmir Mischung, sehr weich, aber leider etwas gelbstichig und ich werde um ein paar Mottenlöcher herumschneiden müssen… Mal sehen, ob da noch ein Gürtel drin ist, hab leider nur 2 Meter. Heute habe ich hoffentlich die Zeit, alles aus Nesselstoff auszuschneiden, denn bis zum Wochenende hätte ich gerne das Probeteil fertig. Ein Hoch auf Wunschdenken!